Enttäuschung macht sich breit

Die Einladung zum 3. Jour Fixe ist angekommen. Es gibt ein paar Neuerungen, die Teilnehmerzahl wurde auf 50 erhöht, was ich sehr gut finde, und der Tag wurde mit drei verschiedenen Terminen vollgestopft, was ich sehr schlecht finde. Auch schlecht finde ich, dass nur noch die Fahrtkosten anteilmäßig übernommen werden, nicht mehr die anteiligen Übernachtungskosten. Für viele bedeutet dies das Aus für die Teilnahme an den Jours Fixes.

Die Einladung zu einem Hearing in Berlin ist ebenfalls angekommen. Hier werden weder Fahrt- noch Übernachtungskosten übernommen. Übel!

Ich frage mich, ob überhaupt jemand in Berlin wirklich versteht, wie man mit Betroffenen sexualisierter Gewalt in der Kindheit umgehen sollte und ob man wirklich bereit ist, mit Betroffenen zusammenzuarbeiten und auch von ihnen zu lernen. Meine Zweifel wachsen. Weder auf unseren Offenen Brief noch auf meine Antwort auf diese seltsame Einladung zum 3. Jour Fixe kam bislang eine Reaktion aus Berlin. Auch übel! Und traurig.

2 Gedanken zu „Enttäuschung macht sich breit“

  1. Liebe Birgit,

    danke für die Info und die deutlichen Worte! Ich teile deine Auffassung und Gefühle dazu einhundertprozentig! Und das alles, während wir Betroffene seit jetzt bald einem Jahr auf die so genannte „Clearingstelle“, bzw. die vom Runden Tisch angekündigte FINANZIELLE Unterstützung (z.B. für Therapien, Heilmaßnahmen, usw.) warten. Und irgendwo meine ich mich auch zu erinnern, dass es zum „Ergebnis“ des Runden Tisches hieß, die Selbsthilfe- und politische Arbeit der Betroffenen soll – auch FINANZIELL! – unterstützt werden. Jetzt sieht ja jede/r, was von solchen Ankündigungen und „warmen Worten“ zu halten ist!

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  2. Ich wünschte mir wirklich DIE Sensibilität der Regierung für die Opfer, die sie den Tätern entgegenbringen. Es wird so viel für Integration der Täter getan, während die Opfer sich alles selber HART erarbeiten müssen.

    Während Opfer eh schon lebenslänglich haben, sitzen die Täter ihre Strafe ab und werden danach therapiert.Die Opfer müssen erst mal nach einer geeigneten Therapie suchen und kämpfen,daß die dann auch bewilligt wird.
    Wenn diese Therapie in Kliniken gemacht werden muß, bekommt man als Opfer den nächsten Schock, da Kliniken mit Forensik oft die Traumastationen sehr nah an der Forensikstation haben, so daß eine Begegnung vorprogrammiert ist.
    Oft sind die geschlossenen Stationen besser gesichert als die Forensik, so daß man als Suizidaler „weggesperrt“ wird, während die, denen man das alles eigentlich „verdankt“, frei draußen rumspazieren können!
    Aber auf Plätze in geeigneten Spezialkliniken müssen wir auch wieder monatelang warten!
    Dazu kommt dann noch die Ignoranz der Bevölkerung, die einen als Spinner hinstellt, weil man darauf aufmerksam macht,daß morgen ihre Kinder und Kindeskinder auch davon betroffen sein könnten.Da wird in Facebook geteilt und gemacht, um zu bekunden, daß man gegen Kindesmißbrauch ist, aber wenn es ans handeln geht, um realistischere ziele zu erreichen, siehts schon wieder ganz anders aus.

    Nun findet die Regierung die Bereitschaft einiger Opfer, zusammenzuarbeiten und auch Opfer besser zu integrieren und was ist? DIESE Gelder werden gestrichen, weil ja alle bis jetzt gearbeitet haben und ein Vermögen anhäufen könnten, so daß man mal locker ein zugticket nach Berlin zahlen kann! Achja und übernachten können die ja im Zelt, da wird sich schon ein Plätzchen finden!

    Ich empfinde es als Schande, wie man in Deutschland mit Mißbrauchsopfern umgeht!Es wird mehr für die Menschenwürde der Täter getan als für die der opfer und so stelle ich mal die Frage:

    WAS IST MIT DER MENSCHENWÜRDE DER OPFER, DENEN DIE SCHON WÄHREND DER TAT GENOMMEN WIRD?!

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